Der 7-Schritte-Plan zur Ramadan-Vorbereitung

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Zur Info: Dieser Artikel ist der zweite Teil der Reihe „Schabaan und die Vorbereitung auf den Ramadan“. Hier geht es zum ersten Teil der Artikelreihe: „Die Sunna im Monat Schabaan„.

Der Monat Schabaan ist ein Monat, den man mit der intensiven Vorbereitung auf den Fastenmonat Ramadan verbringen sollte. Denn Ramadan steht jetzt praktisch vor der Tür und es ist falsch, erst im Ramadan damit zu beginnen, viel Gutes zu tun und mehr freiwillige Gottesdienste zu verrichten. Es wird schwer sein, wenn man sich vorher nicht bereits daran gewöhnt hat. Der Fastenmonat ist schon die Prüfung und für viele eine seelische wie auch körperliche Herausforderung. Man sollte sich auf diese Prüfung vorbereiten, wie man sich auch auf Schulprüfungen vorbereitet hat. Wir wollen am Ende des Ramadans nicht zu jenen gehören, die der Engel Gabriel, Friede sei mit ihm, persönlich aufs Schärfste tadelte, wobei der Prophet Muhammad, Allah segne ihn und schenke ihm Heil (s), diesem Tadel mit einem „Amin“ zustimmte! Dies sind diejenigen, die den Ramadan erleben, und ihnen wurde nicht vergeben“ (Ibn Hibban), also diejenigen, die die Prüfung nicht bestanden haben. Erst wenn wir uns für den Ramadan vorbereiten, können wir unser Bestes im Ramadan geben, um ALLAHs Vergebung und Taqwa zu erlangen, denn das ist der eigentliche Sinn des Ramadans. Wer gut vorbereitet ist, kann am besten profitieren. Außerdem sind im Monat Schabaan gottesdienstliche Handlungen besonders wertvoll. Es ist Sunna, jetzt die Ibadat zu verstärken und Muslime, die sich in diesem vernachlässigten Monat mehr anstrengen, dürfen auf besondere Belohnung hoffen.

Welche Vorbereitungen für Ramadan kannst du jetzt treffen?

Im Schabaan entsprechend der Sunna des Propheten, Allah segne ihn und schenke ihm Heil (s), viel zu fasten und täglich den Quran zu lesen ist bereits eine sehr gute Vorbereitung und Übung für den Ramadan. Allerdings gibt es noch andere Dinge, die man vor dem Ramadan tun sollte, um sich erfolgreich auf den Ramadan vorzubereiten.  Nach jahrelangen recherchieren und ausprobieren habe ich einen bewährten 7-Schritte-Plan zur Vorbereitung auf den Ramadan entwickelt. Diesen Plan möchte ich dir hier geben. Du kannst ihn natürlich mit Punkten ergänzen, die für dich persönlich noch wichtig sind.

Schritt 1: Korrigiere deine Einstellung gegenüber dem Ramadan und fasse die Absicht, ihn bestmöglich zu nutzen

Diese „innere“ Vorbereitung ist der wichtigste Schritt, der deine besondere Aufmerksamkeit verdient.

Erkenne den Sinn des Ramadans

Der Ramadan ist eine einzigartige Gelegenheit im gesamten Jahr. Es ist wie eine Art Sprungbrett für den eigenen Iman und die eigene Persönlichkeitsentwicklung. Mit Hilfe des Ramadans kann man sich in nur 30 Tagen in allen Lebensbereichen stark weiterentwickeln und ein viel besserer Mensch werden. Denn es ist eine gesegnete Zeit und die Schayatin (Teufel) sind in diesem Monat gefesselt, so dass sie einen nicht bremsen können. Sehe den Ramadan nicht als Herausforderung an, sondern eher als besondere Chance. Und mit der richtigen Vorgehensweise und Planung, kann man sich vieles erleichtern, um diese besondere Chance zu nutzen. Aber der eigentliche Sinn des Ramadans ist es vor allem, die Vergebung ALLAHs und Taqwa zu erlangen. Alles andere ist zweitrangig. Du kannst mit passender Literatur zum Ramadan dein Wissen auffrischen und dich auf den Fastenmonat einstimmen.

Deine mentale Einstellung kann dir den Ramadan erleichtern oder erschweren

Der Ramadan ist in den Sommermonaten hart. Die Tage sind lang, es ist sehr warm und die Nächte kurz. Das heißt, man hat lange harte Fastentage und kurze Nächte, in denen man essen und schlafen kann. Das macht vielen Angst. Wenn man sich allerdings darauf konzentriert, wie schwer der Ramadan jetzt ist, wird es einem nicht wirklich helfen, einen produktiven und erfolgreichen Ramadan zu erleben. Besser ist es, die eigene Denkweise zu ändern und die Sache aus einer anderen Perspektive zu betrachten: Der Ramadan ist jetzt zwar härter, dafür ist die Belohnung gewaltiger.

Bitte ALLAH darum, den Ramadan zu erreichen

Die Sahaba haben mind. 6 Monate vor dem Ramadan ALLAH darum geben, dass sie den kommenden Ramadan erleben. Denn wie bereits erwähnt, ist er eine besondere Chance. Auch hat der Gesandte ALLAHs (sallallahu alaihi wa sallam) ALLAH darum gebeten, den Rajab und Schabaan für ihn und seine Umma zu segnen und sie Ramadan erreichen zu lassen. Bitte ALLAH daher entsprechend dieser Sunna darum, den kommenden Ramadan zu erleben. Wenn du ihn erreichen wirst, gehörst du zu den Glücklichen, denn viele werden ihn nicht mehr erleben. Viele werden schon von uns gegangen und zu ALLAH zurückgekehrt sein.

Setze dir klare Ramadan-Ziele

Wo stehst du jetzt und wie willst du gerne nach dem Ramadan sein? Wenn du Klarheit darüber hast, wo du gerade stehst und wohin du willst, wird es dir sehr helfen, den Ramadan bestmöglich zu nutzen. Es wird dir als Motivation und Antrieb dienen. Die kommenden Schritte werden dir dabei helfen, klare Ramadan-Ziele zu setzen und dich für diese vorzubereiten.

 

Schritt 2: Erstelle einen Ibada-Plan und übe für den Ramadan

Welche Ibadat willst du im Ramadan zu welcher Zeit verrichten?

Es ist wichtig, dass du noch vor dem Ramadan einen Ibada-Plan hast. Was willst du alles täglich tun, um ALLAH zu dienen und IHM näher zu kommen? Grundsätzlich gilt, dass man sich mit allen Ibadaat auf den Ramadan vorbereiten kann, die man auch im Ramadan verrichtet. Plane und verrichte ab jetzt folgende Ibadat:

  1. Fasten: Wenn du noch Fastentage aus dem letzten Ramadan nachzuholen hast, ist es jetzt höchste Zeit. Die Frauen des Propheten haben ihr Fasten ebenfalls im Schabaan nachgeholt. Wenn nicht, solltest du trotzdem die Gewohnheit aufnehmen, in Schabaan regelmäßig nach dem Vorbild des Propheten (s) zu fasten. Usama Ibn Zaid (ALLAHs Wohlgefallen mit ihm) berichtete : “Ich sagte: »O Gesandter Allahs, ich habe dich in keinem Monat so oft fasten sehen wie du dies im Monat Scha’ban tust!« Er sagte: »Das ist ein Monat, an dem die Menschen achtlos vorbeigehen; er liegt zwischen Rajab und Ramadan und ist der Monat, in dem die (guten) Taten zum Herrn der Welten emporgehoben werden, und ich habe es gern, dass meine Taten emporgehoben werden, während ich faste.” (Ahmad, al-Nasa’i). Faste im Schabaan also so viel du kannst, z. B. jeden Montag und Donnerstag, an den drei mittleren Tagen oder jeden zweiten Tag wie der Propheten Dawud as., was als das beste freiwillige Fasten zählt.
  2. Quran: Plane wie viel du täglich und zu welcher Zeit du den Quran lesen bzw. anhören willst und bereite noch vor dem Ramadan alles dafür vor, damit du das ab jetzt umsetzen kannst und das Quranlesen zur täglichen Gewohnheit machst. Anas Ibn Malik (ALLAHs Wohlgefallen auf ihm) berichtete: „Die Muslime pflegten, als der Schabaan eintrat, sich mit Hingabe dem Quran zu widmen und ihn zu lesen und ihre Zakat zu entrichten, um den Schwachen und Bedürftigen zu bestärken, den Ramadan zu fasten.“
  3. Gebete: Plane, welche freiwilligen Gebete du noch verrichten willst. Wo und zu welcher Zeit willst du z.B. das Tarauih-Gebet verrichten? Da die Zeit des Tarauih-Gebets im Ramadan nun sehr spät in der Nacht ist und es als Frau auch besser ist, Gebete zu Hause zu verrichten, brauchst du dir keinen Druck damit machen, dass du nicht in die Moschee kannst. Das musst du nicht. Insbesondere, wenn du auch Mutter bist – dann verabschiede dich von dem Druck, dass du Gebete im Ramadan in der Moschee verrichten solltest. Das stimmt nicht. Du wirst sogar mehr belohnt, wenn du sie zu Hause verrichtest. Es ist eine große Erleichterung, alhamdulillah. Du kannst das Tarauih-Gebet übrigens vor dem Suhur verrichten. Außerhalb des Ramadans ist das Tarauih-Gebet nämlich nichts anderes als das Qiyam-ul-Lail, das du vor dem Ramadan dir zur Gewohnheit machen kannst, auch wenn es nur 2 Rak’at (Gebetseinheiten) sind. Neben dem Tarauih-Gebet sollten wir uns auch das Verrichten des Dhuha-Gebets zum Vormittag zur Gewohnheit machen, da es als Sadaqa für den Körper zählt. Natürlich sollte man sich auch anstrengen, mehr freiwillige Gebete vor und nach den Pflichtgebeten zu verrichten.
  4. Dua‘-Liste:  Mache dir noch vor dem Ramadan eine Dua‘-Liste, die dir dabei hilft, beim Fastenbrechen, nach den Pflichtgebeten und insbesondere nachts vor dem Suhur deine Bittgebete an ALLAH zu richten und nichts Wichtiges zu vergessen, worum du ALLAH alles bitten willst. Denn zu diesen Zeiten werden die Bittgebete mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen und erfüllt. Und bitte entsprechend der Sunna des Gesandten (sallallahu alaihi wa sallam) vor dem Ramadan dafür, dass du den Ramadan erleben kannst.
  5. Dhikr-Liste: Mache dir auch eine Liste mit Gedenksprüchen, die du täglich zu verschiedenen Zeiten sagen möchtest. Z. B. das Gedenken morgens und abends, das Gedenken ALLAHs beim Fastenbrechen etc. Viele Gedenksprüche des Propheten zu verschiedenen Zeiten und Situationen findest du auf Hisnul-Muslim.com.
  6. Sadaqa,  Zakat & Zakat-ul-Fitr: Du kannst deine normale Zakat im Schabaan entrichten.  Anas Ibn Malik (ALLAHs Wohlgefallen auf ihm) berichtete: „Die Muslime pflegten, als der Schabaan eintrat, sich mit Hingabe dem Quran zu widmen und ihn zu lesen und ihre Zakat zu entrichten, um den Schwachen und Bedürftigen zu bestärken, den Ramadan zu fasten.“ Du solltest dir jetzt aber auch Gedanken machen, was du im Ramadan spenden willst. Der Prophet war sehr großzügig, aber im Ramadan war er besonders freigiebig. Mache dir einen Plan, was du täglich für Sadaqa geben kannst. Du musst nichts Materielles spenden, wenn du nicht kannst, denn auch jemanden zu helfen oder deine Zeit für jemanden zu investieren, ist eine Sadaqa. Auch ein Lächeln und ein guter Rat ist Sadaqa. Es ist leicht, täglich eine gute Tat zu vollbringen, die anderen hilft und glücklich machen kann. Vor allem ist es aber sehr wichtig, die Zakat-ul-Fitr zu planen und wie du sie entrichten willst. Lege für die Zakat-ul-Fitr was zurück und setze dir ein Datum, wann du sie entrichten willst.
  7. Charakterreinigung durch das Fasten: Das Fasten ist nicht bloß das Fernhalten von Essen und Trinken, sondern sollte uns dabei helfen, mehr Taqwa und die Vergebung ALLAHs zu erlangen. Das Fasten dient also als Charakterreinigung. D. h. auch Muslime, die nicht fasten können, können mit ihren Herzen, Augen, Ohren und der Zunge fasten. Auf seinen Charakter zu achten und diesen von schlechten Charaktereigenschaften zu reinigen, ist das eigentliche Ziel des Ramadans. Und die Ibadat wie Fasten, Gebet und Spenden werden einem nicht viel nützen, wenn man einen schlechten Charakter hat. Und ein guter Charakter bringt einen in die gleiche Stellung wie jemanden, der tagsüber fastet und nachts im langen Gebet steht. Von welchen Sünden und schlechten Charaktereigenschaften willst du dich also fernhalten? Welche Verhaltensweisen willst du ablegen und durch welche ersetzen? Auch hier hilft es dir, eine klare Liste aufzuschreiben, mit der du dich täglich zur Rechenschaft ziehen kannst. Beschließe, dich von Sünden und Shirk fernzuhalten (mache Tauba, falls nötig), beispielsweise durch die Lektüre der Bücher: Tauhid oder Al Kaba’ir, die großen Sünden.  Du solltest vor dem Ramadan auch Streitigkeiten aus der Welt schaffen, damit sie dich nicht ablenken und belasten.
  8. Lesen und Lernen: Jetzt ist auch eine ideale Zeit, um sich wieder mehr mit islamischer Literatur und dem Sira-Studium zu beschäftigen. Mit diesem Wissen werden dir auch Ibadat leichter fallen. Richte dir jeden Tag eine Zeit ein, die dem Lesen und Lernen gewidmet ist. Du kannst z. B. vermehrt Biographien der Propheten, Sahaba und Gelehrten lesen. Es ist auch gut, sein Wissen über Ramadan jetzt aufzufrischen. Dazu finden sich in unserer Linksammlung zum Ramadan einige hilfreiche Links.

Wenn man die Absicht dafür fasst, diese Ibadat im Ramadan zu verrichten, aber noch vorher stirbt, für den wird inschaALLAH dennoch die Belohnung aufgeschrieben, als hätte man den Ramadan gefastet und im Gebet mit der Rezitation des Qurans verbracht. Denn ALLAH belohnt uns aufgrund unserer Absichten und unserer aufrichtigen Anstrengung. Allein für das Erstellen dieses Ibada-Plans, auch wenn du ihn nicht komplett einhalten kannst, wirst du belohnt als hättest du ihn umgesetzt. So barmherzig ist ALLAH. Wenn du deinen Ibada-Plan erstellt hast, kannst du damit beginnen, für den Ramadan zu üben, indem du die Ibadat in deinen Tagesablauf aufnimmst. Wenn du frühzeitig startest, wird dies im Ramadan bereits eine Gewohnheit sein, die dir viel leichter fällt als eine neue Handlung.

 

Schritt 3: Erstelle einen Familien-Aktivitäten-Plan

Plane, was du mit deinem Ehepartner, Kindern und Verwandten im Ramadan unternehmen möchtest. Setzt euch vor dem Ramadan zusammen und plant gemeinsam eure Aktivitäten im Ramadan. Plant z. B. welche gemeinsamen Ibadat ihr verrichtet. Wie wollt ihr gemeinsam den Quran lesen und lernen, welche Gebete wollt ihr gemeinsam verrichten? Welche Sadaqa-Projekte wollt ihr angehen?

Stimmt euch auch gemeinsam auf den Ramadan ein. Sucht euch z. B. schöne Ramadan-Nasheed aus und hört sie gemeinsam bzw. singt sie nach.

Erzähle deinen Kindern über die Bedeutung des Ramadans, dass es der Monat des Qurans ist und dass wir ihn mit dem Fasten ehren. Erzähle ihnen die Geschichte des Engel Dschibrils (as.), der die ersten Verse des Qurans dem Propheten Muhammad (sallallahu alaihi wa sallam) in der Höhle Hira überbrachte. Es ist eine schöne, lehrreiche Geschichte, die man immer wieder vor und während des Ramadans erzählen kann. Sucht euch weitere schöne Geschichten für den Ramadan.

Mit Kindern kann man für den Ramadan schöne Sachen basteln, wie z. B. einen Ramadan-Kalender, der einem helfen soll, jeden Tag im Ramadan bestmöglich zu nutzen. Auch sind Ramadan-Grußkarten und Ramadan-Deko wie z. B. Laternen sehr beliebt.

Bereitet gemeinsam die Wohnung vor und dekoriert sie.

Entfernt euch von schlechten Familientraditionen. Minimiert die Zeit vor dem Fernseher und ersetzt sie durch produktive Gewohnheiten.

 

Schritt 4: Entlaste dich für den Ramadan

Versuche so viele Dinge wie möglich vor dem Ramadan zu erledigen, die dich im Ramadan von deinen Ibadat ablenken könnten und dir viel Zeit und Kraft rauben. Erledige auch Dinge, die dafür sorgen, dass du im Ramadan entlastet bist. Folgendes kannst du tun, um dich für den Ramadan zu entlasten:

  • Nimm dir für die letzten 10 Tage des Ramadans frei. Versuche das letzte Ramadandrittel möglichst frei zu halten und keine Termine in diesen Tagen einzuplanen. Wenn du arbeitest, solltest du deinen Urlaub für diese Tage einplanen. Denn es sind Tage und Nächte, an denen man sich für die Ibadat zurückziehen sollte und nur das Nötigste aus dem alltäglichen Leben erledigen sollte.
  • Wichtige und dringende Aufgaben, die viel Zeit und Kraft benötigen und einen im Ramadan von den gottesdienstlichen Handlungen ablenken könnten, nicht weiter aufschieben und versuchen vor Beginn des Ramadans zu erledigen. So hast du deinen Kopf frei und mehr Zeit und Kraft für die Ibadat. Ziel ist es, im Ramadan möglichst mehr Zeit für das Gedenken ALLAHs zu haben und weniger durch diesseitige Dinge abgelenkt zu sein. Das gilt insbesondere für die letzten 10 Tage und Nächte des Ramadans. Es ist daher wichtig, sich eine Liste mit allen Dingen zu machen, die vorher noch erledigt und besorgt werden müssen. Was möchtest du noch alles erledigt haben, bevor der gesegnete Monat Ramadan beginnt? Was sind die Dinge, von denen du denkst, dass sie dich im Ramadan nur ablenken werden, die du bis dahin erledigt haben möchtest? Setze dich heute oder im Laufe dieser Woche hin und liste all die Dinge auf, die du im Monat Schabaan erledigen möchtest.
  • Plane Besuche zum Iftar nur an den Tagen ein, an denen du nicht fasten und beten kannst, oder zumindest in der ersten Hälfte des Ramadans. Besser ist es, für die Moschee zu kochen, als Besuche zu dir zum Iftar einzuladen, denn der Iftar wird jetzt sehr spät um ca. 22 Uhr stattfinden. Man sollte idealerweise um 23 Uhr schlafen gehen, damit man um 2 Uhr zum freiwilligen Gebet in der Nacht und zum Suhur aufwachen kann. Wenn man Besuch hat, wird man wohl nicht schlafen können. Das ist insbesondere dann sehr schlecht, wenn man kleine Kinder hat und tagsüber nicht schlafen kann. Wenn man für die Moschee kocht, statt Besucher zum Iftar einzuladen, wird man stattdessen aber mehr gute Taten erhalten, weil man damit sehr viele Fastende speist.
  • Die Wohnung bzw. das Haus vorzubereiten, ist eine gute Idee, um sich im Ramadan den Alltag zu erleichtern. Gerümpel und Unordnung um dich herum können sehr ablenken. Zu viel Krempel und überflüssige Sachen in der Wohnung rauben einem nur Energie. Unnötiges aus der Wohnung zu entfernen, verleiht Energie, die du im Ramadan sehr gut gebrauchen kannst. Ab jetzt kannst du beispielsweise wöchentlich oder täglich eine Zeit bestimmen, in der du Ordnung schaffst. Was kann weg und z. B. gespendet werden Die erfolgreichen Sahaba (ra.) hatten nur das Notwendigste und Wichtigste in ihren Wohnungen und immer vom Überfluss gespendet. Insbesondere die Küche sollte organisiert sein. Wenn du deine Schränke und Kühl-/Gefriergeräte von Überflüssigem oder Abgelaufenem befreit hast, gewinnst du Übersicht und Platz für Vorräte. Auch erleichterst du dir damit die Zubereitung der Mahlzeiten im Ramadan.
  • Iftar- und Suhur-Plan
    Was wird an welchem Tag gekocht und zubereitet? (Diese Art von Planung spart einem dann viel Zeit und Nerven. Wichtig ist, leichte und gesunde Mahlzeiten einzuplanen, deren Zubereitung nicht viel Aufwand und Zeit benötigen. Außerdem weiß man dann, was man genau einkaufen und vorbereiten muss).
  • Aktivitäten und Geschenke für das Fastenbrechenfest planen, insbesondere um den Kindern ein sehr schönes Fest zu bieten, auf das sie sich sehr freuen.
  • Einkäufe haltbarer Lebensmittel, Drogeriewaren, Medikamente, sowie Geschenke etc. für das Fastenbrechenfest so gut es geht vor dem Ramadan erledigen. Das hilft einem im Ramadan, Zeit beim Einkaufen zu sparen, da man das meiste vor dem Ramadan eingekauft hat und im Ramadan nur frische Lebensmittel dazugekauft werden müssen. Hier hilft auch eine Vorausplanung der Mahlzeiten. Jetzt im Schabaan ist auch noch etwas Zeit, um den genauen Bedarf deines Haushalts zu beobachten. Falls zum Fest Geschenke gemacht werden sollen, ist es empfehlenswert, diese bereits im Schabaan zu kaufen und einzupacken.

Was für Dinge sind dir persönlich noch wichtig? Vielleicht fällt dir noch etwas Wichtiges ein, wie du dafür sorgen kannst, dich für den Ramadan zu entlasten.

 

Schritt 5: Gewinne mehr Energie und Kraft für den Ramadan durch Managen deiner Ernährung, deines Schlafs und deiner Fitness.

Ernährung: Fasten ist eine körperliche Herausforderung, die nicht ohne Grund nur gesunden Erwachsenen als Pflicht auferlegt ist. Achte daher ab sofort darauf, ausreichend Nährstoffe zu dir zu nehmen. Gewöhne dich daran, dich gesünder zu ernähren, denn nur eine gesunde Ernährung hilft dir dabei, genug Kraft für den gesamten Tag zu haben, um so produktiv wie möglich sein zu können. Ungesunde Ernährung mit viel Zucker und Fett und wenig Vitaminen und Mineralstoffen hingegen raubt dir Energie. Sich Halal zu ernähren bedeutet übrigens, sich von den guten erlaubten Dingen zu ernähren, d. h. von den gesunden Dingen. Denn ALLAH hat uns bestimmte Dinge deswegen verboten, weil sie schädlich für uns sind. Meinst du, dass ALLAH es gut heißt, dass man sich ungesund ernährt und seinem Körper schadet? Als Muslim sollte man sich daher hauptsächlich gesund ernähren, nämlich von Gemüse und Obst, sowie gesunden Eiweißquellen, wie Gefügel, Fisch, Eier etc. Außerdem sollten Nüsse und Samen und gesunde Fette nicht fehlen. Wir sollten also echte Lebensmittel konsumieren, die uns mit nützlichen Vitalstoffen versorgen.

Trinken: Trinke auch viel Wasser, am besten 3 Liter täglich. Im Sommer sollte man einfach mehr trinken. Wasser ist Leben! Es gibt dir Energie und lässt deinen Körper gut funktionieren. Trinke auch weniger Koffein (Kaffee, schwarzer Tee, Cola etc.). Wenn du tagsüber mehrere Tassen Kaffee trinkst, dann wäre es jetzt an der Zeit, dies langsam zu reduzieren, denn sonst werden dich Müdigkeit und Kopfschmerzen im Ramadan plagen. Wenn du ein anregendes Getränk benötigst, dann wähle lieber Grünen Tee, der viele gesunde Eigenschaften hat.

Sport: Gewöhne dich auch daran, täglich etwas Sport zu machen. Ich kann das 7-Minuten Workout sehr empfehlen. Ich nutze dafür folgende iPhone App, die sehr motivierend ist. Bewegung, die deinen Kreislauf anregt, baut Stress ab und hilft dir deine Leistungsfähigkeit zu verbessern. Sport tut insbesondere dem Gehirn gut. Wenn es dir schwer fällt, dich zu konzentrieren, bewirkt Sport wahre Wunder. Im Ramadan sollte man Sport vor oder nach dem Fasten machen, bzw. kurz vor dem Fastenbrechen. Vermeide es aber im Laufe des Tages Sport zu machen.

Schlaf: Gewöhne dich daran, direkt nach dem Abend- und Nachtgebet schlafen zu gehen, damit du früh zum freiwilligen Gebet in der Nacht und dem Suhur aufstehen kannst. Schlaf ist unglaublich wichtig, damit du längerfristig produktiv sein kannst. Besonders ein kleines Nickerchen am Nachmittag bewirkt wahre Wunder, denn auch wenn es nur 20  bis 30 Minuten sind, in denen man sich hinlegt, die Augen schließt und etwas döst, lädt man seinen Akku wieder auf. Probiere es mal aus, auch wenn du das Gefühl hast, keine Zeit zu haben. Wenn du Zeit sparen willst, dann solltest du auf keinen Fall am Schlaf sparen. Denn dann wirst du für Aktivitäten länger brauchen, weil du sehr müde bist oder du wirst Ibadat etc. nur schlecht durchführen können. Auch wirst du dann häufiger krank. Schlafmangel ist der größte Produktivitätskiller, denn zu wenig Schlaf macht uns nicht nur müde und schlapp und unkonzentriert. Zu wenig Schlaf führt auch dazu, dass die Willenskraft und Disziplin abnimmt. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die Willenskraft und Disziplin wie eine Art Batterie ist, die sich im Laufe des Tages entlädt und nur mit Schlaf wieder vollständig aufgeladen werden kann. Wenn man also das Gefühl hat, aufgeben zu wollen oder keine Disziplin hat, sollte man darüber schlafen und man wird nach dem Aufwachen wieder mehr Willenskraft haben.

 

Schritt 6:  Organisiere deine Zeit 

Die Einstellung gegenüber der Zeit ist unglaublich wichtig, wenn du produktiver werden willst. Wenn wir denken, dass wir genug Zeit haben, werden wir eher Zeit verschwenden. Wir sollten sehr sparsam mit unserer Zeit sein. Mache dir bewusst, wie wenig Zeit nun noch bleibt, um Vorbereitungen für Ramadan zu treffen. Das wird dich antreiben zu handeln.

Tagesplan: Erstelle einen Routine-Tagesplan für den Ramadan. Erstelle jeweils einen für die Fastentage und einen für die Tage, an denen du nicht fasten und beten kannst. Erstelle auch einen für die letzten 10 Nächte. Organisiere deinen Tag so, dass du jedem wichtigen Lebensbereich seine Zeit gibst, z. B. Zeit für verschiedene Ibadat, die du geplant hast, Zeit für deine Kinder, deinen Ehepartner, Zeit für die Arbeit, den Haushalt, Zeit für Verwandte und Freunde, Zeit für Schlaf und Pausen etc. Überlege dir, wie du das, was du dir für den Ramadan vornimmst, in den 24 Stunden am besten in den Tag packen kannst, ohne dich zu überfordern. Vielleicht gibt es Sachen, die du nur an bestimmten Wochentagen machst und mit anderen Aktivitäten wechselst. Du musst z. B. nicht täglich Zeit für Freunde und Verwandte haben. Dafür brauchen die Ibadat und deine Kinder täglich deine Zeit.

Monatsplan: Plane den Ramadanmonat, aber auch die Zeit davor und danach grob. Verschaffe dir einen Überblick, was in welcher Woche stattfindet. Das hilft dir, die Aktivitäten ausgewogen zu planen und dich nicht zu überfordern. Wie oben bereits erwähnt, sollten die letzten 10 Tage des Ramadans für die Ibadat freigehalten werden.

Ramadan-Countdown: Mit einem Countdown hältst du dir täglich vor Augen, wie viel Zeit noch bleibt, bis Ramadan mit seinem Segen eintrifft. Wenn du gern bastelst, kannst du zu Papier und Schere greifen. Daneben gibt es im Internet verschiedene Apps für Smartphone und Browser sowie Websites, die einen Ramadan-Countdown für Shabaan anbieten.

Aufgabenplanung: Frage dich jeden Morgen, was du heute alles erledigen kannst, damit du dich auf den Ramadan vorbereitest. Tue täglich so viel du kannst dafür, dich auf den Ramadan vorzubereiten. Schreibe dir am besten vorher alles auf, was du zur Ramadanvorbereitung erledigen willst. Die vorherigen Schritte werden dir dabei helfen, alles Wichtige zu bedenken. Gehe die Liste dann täglich durch und frage dichm was du davon heute erledigen willst. Erledige das, wofür du die meiste Motivation hast, denn so wird dir die Vorbereitung leicht fallen und Spaß machen. Wenn du gar keine Motivation hast, erledige das, was dir am leichtesten fällt und für das du wenig Überwindung brauchst.

 

Schritt 7: Motiviere und erziehe deine Nafs zum produktiven Umsetzen

Zu guter Letzt solltest du damit beginnen, deine Nafs zu mehr Produktivität zu erziehen. Das machst du schon dadurch, dass du dich an die oben beschriebenen Punkte hälst.

Du solltest den Ramadan außerdem als Marathon und nicht als Sprint ansehen. Denn deine anfängliche Motivation und Kraft wird nachlassen. Dein Ziel sollte es aber sein, gute Gewohnheiten aufzubauen, die du langfristig während und nach dem Ramadan beibehälst. Das kannst du am besten, indem du schon vor dem Ramadan übst.

Du wirst vor dem Ramadan Fehlschläge haben und das ist in Ordnung. Du wirst dich nicht immer an deinem Plan halten und du wirst merken, dass du was ändern sollst und dass du dir vielleicht zu viel oder auch zu wenig vorgenommen hast. Die Zeit vor dem Ramadan ist eine gute Zeit, um herauszufinden, wie man die eigene Nafs dazu führt, diszipliniert am Ball zu bleiben. Mache es ihr so leicht wie möglich. Schlaf und Pausen helfen dir, deine Willenskraft und Disziplin wieder aufzuladen. Denn immer, wenn du dich zu etwas überwinden musst, verbrauchst du etwas von deiner Disziplin und Willenskraft. Denke immer an eine Batterie, die am Anfang des Tages aufgeladen ist und sich über den Tag entlädt. Erledige daher wichtige Aufgaben zu Beginn des Tages, wenn du dafür viel Disziplin brauchst.

Sorge dafür, dass du während wichtiger Aufgaben ungestört bist, z. B. beim Lesen oder Lernen des Qurans. Schalte Ablenkungen aus. Das wird dir leicht fallen, wenn du für alles seine Zeit geplant hast, das heißt, wenn du auch für Pausen und Spaß Zeit eingeplant hast. Belohne dich dann nach produktiver Arbeit mit etwas, was dir Spaß macht, aber grenze es zeitlich ein und sehe es wirklich nur als Pause an.

Das wichtigste Werkzeug, um deine Nafs zu mehr Produktivität zu erziehen, ist also, dass du Zeiten blockst, in denen du konzentriert etwas Wichtiges erledigst und zwischen diesen Zeiten dann Pausen einfügst. Was das Umsetzen betrifft, so ist die Konzentration der Schlüssel zum Erfolg.

 

Wie findest du den 7-Schritte-Plan zur Ramadan-Vorbereitung?

Das war der 7 Schritte-Plan für die erfolgreiche Vorbereitung zum Ramadan. Ich hoffe, er hilft auch dir, dich bestmöglich auf dem Ramadan vorzubereiten. Ich bin viel Literatur und Kurse zu dem Thema durchgegangen und das sind die Kernpunkte für die Vorbereitung.

Wie findest du den Plan? Hast du noch Ergänzungen oder Fragen? Wenn ja, dann hinterlasse mir doch unten ein Kommentar. Ich freue mich auch, wenn du aus eigener Erfahrung etwas empfiehlst. Was hat dir bisher sehr für die Ramadan-Vorbereitung geholfen?

Übrigens: Kurz vor Ramadan startet der neue Ramadan leben Online-Kurs. Der Kurs soll dir Schritt für Schritt dabei helfen dich erfolgreich auf den Ramadan vorzubereiten, sowie einen besonders schönen und produktiven Ramadan zu erleben und gute Gewohnheiten nach dem Ramadan beizubehalten. Wenn du über den Start des Kurses informiert werden möchtest, dann melde dich am besten hier auf Islam-leben.de für den Newsletter an.


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